Geier Sturzflug - Bruttosozialprodukt
Shownotes
Geier Sturzflug landen mit “Bruttosozialprodukt” mitten im politischen Umbruch der frühen 80er. Dabei ist der Song schon sechs Jahre alt. Warum er plötzlich zum Nummer-eins-Hit wird und für Ärger im ZDF sorgt, hört Ihr in dieser Folge
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00:00:00: Peters Pop Story gibt's hier aus rechtlichen Gründen ohne Musikausschnitte.
00:00:04: Die volle Version mit Originalmusik hört ihr in der kostenlosen ATEEZ-ATEEZ App.
00:00:18: Hallo, hier ist Peter Ilmann.
00:00:20: Bruttosozialprodukt da!
00:00:22: Das klingt wie der perfekte Song zum politischen und wirtschaftlichen Umbruch der frühen Achtziger.
00:00:28: Das Verrückte ist nur, geschrieben wurde er schon Jahre vorher.
00:00:32: Wie aus einem alten Straßenmusikersong plötzlich ein Nummer eins sieht wurde und welchen Ärger es in der ZDF-Hit-Parade gab, das hörte ihn dieser Folge.
00:00:41: Geier Sturzflug.
00:00:43: Bruttosozialprodukt.
00:00:44: Der alte Song zur neuen Zeit.
00:00:50: Erst Oktober, two hundred eighty-two.
00:00:52: im Bundestag geht's um die Macht!
00:00:55: Helmut Schmidt is noch Bundeskanzler – aber seine Mehrheit is weg.
00:01:00: Die FDP hat die Koalition mit der SPD verlassen und sich auf die Seite von CDU CSU geschlagen.
00:01:07: Jetzt kommt es zum konstruktiven Misstrauensvotum.
00:01:10: Schmidt verliert, Helmut Kohl wird neuer Bundeskanzler.
00:01:14: Gewählt haben in den Bürger zu diesem Zeitpunkt noch nicht!
00:01:18: Im Dezember stellt Kohl die Vertrauensfrage und sorgt dafür, dass er mit seiner Mehrheit im Bundestag verliert.
00:01:25: Durch diesen Trick macht er den Weg frei für Neuwahlen.
00:01:29: Am sechsten März, die Bundes-Tagswahl gewinnt die Union unter Kohl.
00:01:38: Sechs Jahre früher.
00:01:39: Friedl Geratsch ist hier jung, arbeitslos und Straßenmusiker.
00:01:46: Zusammen mit Reinhard Bayerlet zieht er durch die Fußgänger-Zonen und spielt für Passanten.
00:01:51: Man muss gucken wie man über die Runden kommt.
00:01:53: Es scheint aber alles möglich zu sein, erinnert sich Friedl heute.
00:01:58: Viel Geld ist da nicht!
00:02:00: Geratsch hält sich mit Gelegenheitsjobs und eben Straßenmusik über Wasser.
00:02:04: Er nennt diese Zeit rückblickend einen wirtschaftlichen Überlebenskampf.
00:02:09: Genau daraus entstehen die Songs.
00:02:11: Die beiden schreiben über alles, was ihnen passiert.
00:02:15: Erstes Lied handelt davon wie sie beim Straßen Musik machen vom Ordnungsamt verscheucht werden.
00:02:21: Und dann schreiben Sie noch ein Song Über Arbeit, Konsum und die Idee, dass immer noch ein bisschen mehr produziert werden muss.
00:02:30: Geradsch und Bayerle treten damals als dicke Lippe auf – und den Song kennt ihr natürlich auch wenn er in der Art von Neunzehnhunderts sieben-Siebzig noch etwas anders klingt.
00:02:39: In der Art des Neunzenhunderts Sechszehnt erscheint Bruttosozialprodukt zunächst auf einem Sampler.
00:02:45: Wenige Monate später nehmen dicke Lippe ihr Album Jagdfieber auf.
00:02:50: Tausend Exemplare werden gepresst!
00:02:52: Der große Erfolg bleibt aus.
00:02:55: Aber ganz unbemerkt bleibt das Song nun auch nicht, Friedl ändert sich... Das war damals in der linksalternativen Szene so ein kleiner Szene-Hit!
00:03:04: Dicke Lippe spielt noch eine Zeit lang weiter doch bald orientiert sich Friedl musikalisch neu.
00:03:12: Anfang der Achtziger verändert sich die deutsche Musiklandschaft.
00:03:16: Immer mehr Bands singen auf Deutsch Tank und New Wave haben ihre Spuren hinterlassen.
00:03:21: Für diese neue Bewegung setzt sich bald ein Begriff durch Neue deutsche Welle.
00:03:27: Und mittendrin macht Friedl Geradsch einfach weiter.
00:03:30: Nach dicke Lippe hat er eine neue Band gegründet, Geier Sturzflug und eben mit dieser Band nimmt er seinen alten Song Bruttosozial-Produkt noch einmal auf!
00:03:41: Mit diesem Demo klopfen Geier sturzlug bei den Plattenfirmen an – doch die Reaktion ist eher ernüchternd.
00:03:50: Wir haben Demo gemacht und alle deutschen Plattenfirmen haben das abgelehnt.
00:03:54: Dann hört Peter Kent die Aufnahme, er ist Sänger- und Produzent und er erkennt das Potenzial des Songs.
00:04:02: Er überzeugt schließlich die Plattenfirma Ariola mit Geiersturzflug eine Single aufzunehmen.
00:04:08: Im Dezember of two hundred eighty gehen die Geier in München ins Studio und nehmen Bruttosozialprodukt als Single neu auf.
00:04:17: Der Song klingt nicht mehr nach zwei Straßenmusikern mit Akustik-Gitarren.
00:04:22: Jetzt kann man auch den Scar-Einschlag ein bisschen hören.
00:04:27: Anfang neunster dreiundachzig erscheint dann Bruttosozialprodukt als Single, wird aber zunächst kaum gespielt und nachdem die Bundestagswahl vorbei ist geht plötzlich alles ganz schnell.
00:04:39: Friedl Geradsch erinnert sich direkt nach der Wahl am sechsten März dreiundachtzig hatten wir gleich am Montag den ersten Fernsehauftritt.
00:04:47: Am Anfang wurde unser Song ja gar nicht im Radio gespielt, weil es hieß das ist Satire und jetzt ist Wahlkampf.
00:04:53: Da passt das nicht zusammen!
00:04:54: Doch kaum ist die Wahl vorbei, ändert sich das natürlich.
00:04:57: Nach dem Fernsehauftritt von Geier Sturzflug geht der Song direkt in die deutschen Charts.
00:05:04: Am fünfundzwanzigsten April tritt die Band dann auch in der ZDF Hit-Parade auf.
00:05:08: Die Zuschauer wählen Brotosozial Produkt auf Platz eins.
00:05:13: Kurz darauf steht der Song auch in der Bundesrepublik an der Spitze der Charts.
00:05:17: Am dreißigsten Mai darf die Band ihren Siegertitel in der ZDF-Hitparade noch einmal präsentieren, aber nicht alle bei Geiersturzflug wollen überhaupt in dieser Sendung auftreten.
00:05:28: Friedl aber setzt sich durch seine Haltung – wenn man was zu sagen hat kann man es überall sagen!
00:05:34: Aber für den zweiten Auftritt hat die Band sich etwas vorgenommen.
00:05:38: aus Am Mittwoch kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder, wird ... Das ist nun alles andere als ein spontaner Ausrutscher.
00:05:51: Friedl erzählt später?
00:06:02: Eine kleine Textänderung, die besonders die junge Zielgruppe der Band abholt!
00:06:07: Ich habe später erfahren, dass es Schulhof-Gespräch war.
00:06:10: Das waren die Verklemmten Achtziger – heute kann man darüber nur lachen!
00:06:14: So Friedl Geratsch.
00:06:16: Dieter Thomas Heck ist über die Textänderung alles andere als begeistert, denn er hält Geiersturzflug zunächst für eine fröhliche Ruhrpottmalochabend, die ein Hoch auf die Arbeit sinkt, so erinnert sich Friedel Geradsch.
00:06:30: Doch Friedle meint genau das Gegenteil.
00:06:33: Aber vermutlich lässt sich die Haltung hinter Broto-Sozialprodukt eher am besten mit Friedels eigenen Worten zusammenfassen.
00:06:40: Weil die Welt in einem schlechten Zustand ist und vielleicht den Bach runtergeht, heißt das noch lange nicht dass wir nicht tanzen können!
00:06:47: Ja und erstaunlicherweise ist das heute ja noch ganz genau so und sehr aktuell.
00:06:53: Peter's Pop Stories,
00:06:55: ein original Podcast von ATEEZ-ATEEZ.
00:06:58: Deutschlands Radio Sender
00:06:59: für den coolen Sound der Achtziger!
00:07:01: Mehr Pop Stories und die passenden ATEEZZ Songs von Die Pashmode David Bowie, Madonna, The Human
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